Man vs. Machine – eine aktive vs. passive Strategie

Mit meinem wikifolio verfolge ich eine passive Strategie, mit der ich einen systematischen Ansatz verfolge und wenig Interaktion notwendig ist.  Dahingegen trifft bei einer aktiven Anlagestrategie der Portfoliomanager Entscheidungen je nach Informationslage und Marktsituation. Ist es dann nicht zwangsläufig so, dass in Verbindung mit viel „Denkarbeit“ und Erfahrungen der Portfoliomanager aktiv verwaltete Fonds im Durchschnitt eine deutlich bessere Performance aufweisen müssten als passiv verwaltete Fonds?

Campbell Harvey, Sandy Rattray, Andrew Sinclair und Otto Van Hemert haben dies untersucht und ihre Ergebnisse in ihren Artikel vom Februar 2017 vorgestellt, “Man vs. Machine: Comparing Discretionary and Systematic Hedge Fund Performance.

Sie analysierten und verglichen die Performance von Fonds, die einen systematischen Ansatz verfolgen, regelbasiert sind und kaum menschliche Interaktion benötigen (Systematic Equity), mit der Performance von aktiv verwalteten Fonds (Discretionary Equity), die auf die Fähigkeiten und Entscheidungen des Portfoliomanagers angewiesen sind. Die Untersuchung deckt einen Zeitraum von 1996 bis 2014 ab und beinhaltet Daten von 9.000 untersuchten Fonds.

Harvey et al fanden heraus, dass passiv und aktiv verwaltete Fonds für den betrachteten Zeitraum eine ähnliche durchschnittliche jährliche Rendite erzielt haben, wobei diese bei aktiv verwalteten Fonds im Durchschnitt etwas höher ausfiel. Harvey et al treffen allerdings keine Aussagen zur Rendite der Fonds nach den Verwaltungsgebühren. Die Gebühren bei aktiv verwalteten Fonds sind oft deutlich höher als bei passiv verwalteten Fonds, so dass die Verwaltungsgebühren, so vermute ich, die Überrendite weitestgehend „auffressen“. Harvey et al fanden auch heraus, dass die sogenannte „Appraisal Ratio“, also das Verhältnis der Überrendite (Fondrendite minus Benchmarkrendite) eines Fonds im Verhältnis zur Volatilität des Fonds (gemessen als Standardabweichung) bei passiv verwalteten Fonds höher ist als bei aktiv verwalteten Fonds. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Volatilität der betrachteten passiv verwalteten Fonds geringer war. Harvey et al schließen daraus, dass ein überwiegend mangelndes Vertrauen und Skepsis in passiv verwaltete Fonds nicht gerechtfertigt ist.

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