Systematisches Investieren – Ein passiver Ansatz zur aktiven Auswahl einzelner Werte

Systematisches Investieren ist ein passiver Ansatz zur aktiven Auswahl einzelner Werte für ein Portfolio. Es beruht auf einem regelbasierten System, um ein Portfolio „quantitativ“ aufzubauen. Um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, wählen systematische Anleger Werte für das Portfolio aufgrund von ausgewählten Kriterien. In der Regel verwendet man hierfür einen Stock-Screener, um Werte zu finden, die den spezifischen Kriterien und Bewertungsfaktoren einer bestimmten Strategie entsprechen.

Dieser Ansatz funktioniert aus dem gleichen Grund, aus dem auch passives Investieren funktioniert. Unabhängig von der aktuellen Performance und den kurzfristigen Erwartungen wird die gleiche Strategie konsequent umgesetzt. Der Unterschied besteht darin, dass ein systematischer Ansatz eher einzelne Werte anstatt Indexfonds, wie dies bei einer passiven Strategie der Fall ist, kauft. Anstatt das zu besitzen, was ein Index besitzt, kaufen und verkaufen systematische Anleger auf Basis der Ergebnisse des jeweiligen Aktien-Screeners.

Warum systematisch investieren?

Wie bei einer passiven Anlagestrategie ist auch hier keine Prognose für die einzelnen Werte erforderlich. Vielmehr hängen systematische Anlagestrategien vom Erfolg des Gesamtportfolios ab. Wie bei einer aktiven Anlagestrategie entscheiden systematische Investoren, was sie besitzen, wann sie verkaufen und wie viel Geld sie für die einzelnen Aktien bereitstellen.

Die vollständige Kontrolle über ihre Anlagen erlaubt es den Anlegern, den „Sweet Spot“ zwischen zu geringer und zu großer Diversifikation zu finden. Darüber hinaus können systematische Anleger Aktien für die optimale Zeit halten. Je nach Kursentwicklung können Anleger überbewertete Werte verkaufen und an unterbewerteten Werten festhalten.

Indem Investoren ihre Anlageentscheidungen auf den Ergebnissen eines Aktien-Screeners basieren, beseitigen sie Verhaltensverzerrungen, die mit einer aktiven Investition einhergehen. Es gibt keine emotionalen Entscheidungen, die zu treffen sind, wenn man sich strikt an ein regelbasiertes System hält. Darüber hinaus können systematische Investoren die Ergebnisse passiver Investoren verbessern, indem sie eine Strategie mit Bewertungsfaktoren folgen.

Wie erstellen Anleger ihre eigene systematische Anlagestrategie?

Der Aufbau eines Aktienportfolios auf Basis einer systematischen Anlagestrategie ist relativ einfach. Die Erstellung erfolgt in vier Schritten:

Schritt 1: Wähle einen Aktien-Screener aus:

Mit dem ausgewählten Aktien-Screener bestimmt man die Kriterien und Bewertungsfaktoren, die ein Wert erfüllen muss, damit er sich als Anlage qualifiziert. Dies ist ein kritischer Schritt, da er die Grundlage für die Umsetzung der Strategie bildet.

Schritt 2: Bestimme, wie viele Aktien das Portfolio besitzen soll:

Obwohl die genaue Anzahl eine Frage der persönlichen Präferenz ist, sollte ein Portfolio  zwischen 10 und 30 verschiedene Werte besitzen. Mit weniger als 10 Werten erhöht sich die Volatilität und minimiert die Gewinnchancen, um „gewinnende“ Aktien zu erobern. Mit deutlich mehr als 30 Werten wird die Handhabung schwierig und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass „Verlierer“-Aktien die Renditen der „Gewinner“ übertreffen und die Portfolio-Rendite eher einem Index entspricht.

Schritt 3: Entscheide, wie viel Geld in jede Aktie investiert werden soll:

Die gleiche Gewichtung der Aktien eines Portfolios ist die einfachste und effektivste Allokationsmethode. Das bedeutet, dass man den gleichen Betrag in jeden Titel investiert. Mit diesem Ansatz kaufen Anleger am Ende mehr Aktien niedrig bewerteter Titel und weniger von höher bewerteten Titeln.

Schritt 4: Setze klare „Kauf“ – und „Verkauf“ -Regeln:

Die Entscheidung über die Häufigkeit der Portfolioumstrukturierung ist der letzte Schritt zu einer systematischen Anlagestrategie. Die „Kaufen“ – und „Verkaufen“ -Regeln sollten genau festlegen, wann ein Wert hinzugefügt (gekauft) oder aus dem Portfolio entfernt (verkauft) werden soll.

Wichtigster Faktor

Der wohl wichtigste Faktor einer systematischen Anlagestrategie ist die konsequente Umsetzung. Die einzelnen Parameter einer Strategie sind nicht so kritisch wie die konsequente Umsetzung der Strategie. Um an der Börse zu profitieren, sollten Anleger ihre Investitionen kontrollieren und gleichzeitig Verhaltensverzerrungen eliminieren. Dies gelingt am besten systematisch.

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