Systematisches Investieren – Ein passiver Ansatz zur aktiven Auswahl einzelner Werte

Systematisches Investieren ist ein passiver Ansatz zur aktiven Auswahl einzelner Werte für ein Portfolio. Es beruht auf einem regelbasierten System, um ein Portfolio „quantitativ“ aufzubauen. Um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, wählen systematische Anleger Werte für das Portfolio aufgrund von ausgewählten Kriterien. In der Regel verwendet man hierfür einen Stock-Screener, um Werte zu finden, die den spezifischen Kriterien und Bewertungsfaktoren einer bestimmten Strategie entsprechen.

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Performance des wikifolios im September 2017

Die Performance im September im Vergleich zum Vormonat lag beim wikifolio bei +5,86%. DAX, MDAX und SDAX konnten alle stark zulegen. Im gleichen Zeitraum lag die Performance des DAX bei +6,41%, MDAX bei +5,35% und die des SDAX bei +4,46%. 

Das wikifolio konnte in diesem Monat mit 161,32 Punken einen neuen Höchsstand markieren. Der DAX litt im Juli und August unter einer schwachen Performance und die bisherige Jahresperformance liegt deutlich hinter MDAX und SDAX zurück. Da steckt sicher noch einiges an Aufholpotenzial drin. Neu augenommen in die Benchmarkanalyse habe ich den Eurostoxx 50, da dieser für die Berechnung des Risiko-Faktors auf wikifolio.com relevant ist.

Die folgende Grafik zeigt  die Kursentwicklung des wikifolios seit Erstellung im Vergleich zum DAX, MDAX und SDAX.

Vergleich_wikifolio_DAX_September2017

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Portfoliodiversifizierung – diversifiziert oder konzentriert?

Die Handelsidee meines wikifolio Portfolios besteht grundlegend darin, finanziell stabile Unternehmen zu unterdurchschnittlichen Bewertungen auf Basis des Enterprise Multiples zu kaufen. Das Portfolio als Ganzes  bietet durch die niedrige Bewertung der Einzeltitel und finanziellen Stabilität eine Art Sicherheitsmarge (Margin of Safety). Durch eine ausreichende Diversifizierung mit 30 Einzeltiteln unterschiedlicher Branchen im wikifolio schütze ich mich vor unternehmensspezifischen und branchenspezifischen Risiken.

Eine andere Strategie ist die des „konzentrierten“ Investierens, bei der nur wenige Einzeltitel im Portfolio gehalten werden bzw. die Gewichtung einzelner Titel mit über 20% hoch ist.

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Die Gewichtung von Einzelwerten im Portfolio – Equal Weighted vs. Market Cap Weighted vs. Value Weighted

Die Werte im wikifolio gewichte ich bei jeder Neuzusammenstellung gleich. Ich behaupte, dass ein gleichgewichtetes Index-Portfolio langfristig eine bessere Performance erzielt, als ein Index-Portfolio, bei dem die Werte systematisch nach der Marktkapitalisierung gewichtet werden (wie dies zum Beispiel beim DAX oder S&P500 der Fall ist). Das macht diese Variante anfällig für Blasen.

In einem Interview bei CNBC sagt der bekannte US-Investor Joel Greenblatt (Autor des Buchs The Little Book That Beats The Market) zum Beispiel, dass klassische Index-Portfolios, die nach der Marktkapitalisierung gewichtet sind, unter einem systematischen Fehler leider.

Market-cap weighted indexes „will systemically buy too much of the overpriced stock and too little of the bargain priced stocks,“

Die Anzahl der gekauften Aktien ist abhängig von der Marktkapitalisierung und je höher die Marktkapitalisierung relativ zu den anderen Werten ausfällt, desto mehr Aktien werden gekauft. Auf systematische Art und Weise wird zu viel in überbewertete Werte und zu wenig in unterbewertete Werte investiert. Die Gleichgewichtung korrigiert diesen systematischen Fehler. Zudem wird das Verlustrisiko von Einzelwerten gegenüber der Marktkapitalisierung relativ verringert.

In der Studie ‚Why Does an Equal-Weighted Portfolio Outperform Value- and Price-Weighted Portfolios‘ aus dem Jahr 2012 untersuchen Yuliya Plyakha, Raman Uppal und Grigory Vilkov die Performance eines gleichgewichteten, einem nach dem Preis und Marktkapitalisierung gewichteten Portfolios von größeren US Aktien-Indizes über die vergangenen 4 Jahrzehnte. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die durchschnittliche jährliche Rendite von gleichgewichteten Portfolios höher ausfällt.

Im Onlineartikel auf Morningstar.com ‚Haben Indizes ein Gewichtungsproblem?‘ werden das Pro und Contra von gleichgewichteten Indizes gegenüber traditionellen, nach der  Marktkapitalisierung gewichteten Indizes, diskutiert.

Ein anderes weiteres Gewichtungskonzept ist die Gewichtung der Portfolios nach der Bewertung der Unternehmen (sogenannte Value Weighted Index Portfolios). Bei dieser Variante ist die Gewichtung abhängig von der Bewertung der Einzelwerte. Je niedriger die Bewertung, desto höher die Gewichtung. Verfechter dieses Gewichtungskonzepts behaupten, dass damit sogar eine noch bessere Performance erzielbar ist als bei einem gleichgewichteten Portfolio.

Die Bedeutung des Mean-Reversion-Effekts bei der Anlageentscheidung

Meine Hypothese ist, dass die durchschnittliche Bewertung eines ausreichend diversifizierten und unterbewerteten Aktienportfolios auf Basis des Enterprise Multiple (EV/EBITDA) zum Mittelwert des allgemeinen Aktienmarktes tendiert. Ich konnte bei meinen bisherigen Umschichtungen beobachten, dass der durchschnittliche EV/EBITDA des wikifolios, bei gleichzeitiger überdurchschnittlicher Kursperformance des wikifolios, höher war als bei der letzten Umschichtung sechs Monate zuvor.

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Growth vs. Value – ein Vergleich der beiden Anlagestrategien

Geradezu gegensätzlich sind die beiden Anlagestrategien Growth und Value. Bei einer Growth-Strategie investieren Anleger in Unternehmen, die in einem Wachstumsmarkt agieren und für die man ein hohes Umsatz- oder Gewinnwachstum erwartet. Beispiele hierfür sind Tech-Unternehmen wie Tesla, Facebook, Netflix,… Solche Unternehmen sind am Markt sehr beliebt und sind auf Basis verschiedener Bewertungskennzahlen (z.B. KGV, KBV…) sehr hoch bewertet. Dahingegen zeichnen sich Value-Aktien durch eine relativ niedrige Bewertung aus. Idealerweise haben diese Unternehmen trotz ihrer Unterbewertung eine gute Qualität (gute Marktposition, geringe Verschuldung,…)

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Finde eine einfache Anlagestrategie und halte daran fest – O’Shaughnessy in What Works On Wall Street

Ein lesenswertes Buch zum Thema Aktien-Investments ist das Buch von James O ‚Shaughnessy ‚What Works On Wall Street‘.

What Works on Wall Street.jpg

Das Buch ist voller nützlicher Ratschläge. Einer, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist der Rat von O ‚Shaughnessy, eine einfache Strategie mit einem akzeptablen Chancen-/Risiko-Verhältnis zu wählen und daran festzuhalten. Aus seiner Sicht stehen einfache Modelle im Gegensatz zur menschlichen Natur, da Menschen dazu neigen, Investitionsstrategien zu verkomplizieren. O’Shaughnessy argumentiert, dass Anleger stark dazu tendieren Einfaches komplex zu machen, der Herde zu folgen, sich in Unternehmen zu verlieben, ihre Entscheidungen durch Emotionen diktieren zu lassen, auf Basis von Tipps und Empfehlungen zu kaufen und zu verkaufen, und sich jeder Investitionsentscheidung von Fall zu Fall nähern, ohne einer zugrundeliegenden Strategie.

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